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    Person mit Strohhut an einem Straßenmarktstand in Thailand unter roten Sonnenschirmen

    Welche Impfungen brauche ich für Thailand?

    Hepatitis A für alle, weitere Impfungen je nach Reisestil, Dengue nur in Sonderfällen und kaum Malaria-Prophylaxe: Was STIKO, DTG und Auswärtiges Amt für Thailand empfehlen – mit Zeitplan und Kosten.

    Kurz gesagt

    Bei direkter Einreise aus Deutschland ist für Thailand keine Impfung Pflicht. Empfohlen ist für alle Reisenden Hepatitis A sowie ein vollständiger Standardimpfschutz nach STIKO, besonders gegen Masern [1][2]. Je nach Reisestil kommen Typhus, Tollwut, Hepatitis B, Japanische Enzephalitis und in Sonderfällen Chikungunya oder Dengue hinzu [1][2]. Eine Malaria-Prophylaxe mit Tabletten ist für Thailand nicht vorgesehen, Mückenschutz dagegen schon [3].

    Beim Impfschutz für Thailand kommt es weniger auf Pflichten als auf Ihre Route, die Reisedauer und Ihre Aktivitäten an. Hier lesen Sie, welche Impfungen sinnvoll sind, wann Sie anfangen sollten und was die Kasse übernimmt.

    Welche Impfungen sind für Thailand Pflicht?

    Bei einer direkten Einreise aus Deutschland schreibt Thailand keine Impfung vor [1][2]. Pflicht wird nur die Gelbfieberimpfung, und zwar für Reisende ab neun Monaten, die aus einem Gelbfiebergebiet einreisen oder dort mehr als 12 Stunden im Flughafentransit waren [1][2].

    Zuerst die Standardimpfungen prüfen. Vor jeder Reise sollten die von der STIKO empfohlenen Standardimpfungen vollständig sein; das Auswärtige Amt hebt für Thailand besonders den Masernschutz hervor [1][2]. Dazu gehören vor allem:

    • Tetanus und Diphtherie, Auffrischung alle 10 Jahre; die nächste fällige Auffrischung einmalig zusammen mit Keuchhusten (Tdap) [2]
    • Polio, als Kind grundimmunisiert und einmal im Jugendalter aufgefrischt [2]
    • Masern-Mumps-Röteln: Nach 1970 geborene Erwachsene mit unklarem Impfstatus oder nur einer Impfung in der Kindheit erhalten eine MMR-Impfung [2]

    Welche Reiseimpfungen werden für Thailand empfohlen?

    Hepatitis A empfehlen STIKO und Auswärtiges Amt allen Thailand-Reisenden; alle weiteren Reiseimpfungen hängen von Ihrem persönlichen Risiko ab [1][2].

    gesamte Tabelle neu (Indikationen, Schemata und Zeitangaben nach STIKO/DTG, Epid Bull 27/2026; „Spätester Beginn“ ist aus Schema plus 2 Wochen Puffer abgeleitet)

    Reiseimpfungen für Thailand im Überblick (Erwachsene, Stand STIKO 2026)
    ImpfungFür wenDosen/SchemaSpätester BeginnKasse zahlt?
    Hepatitis AAlle Reisenden2 Dosen, 2. Dosis nach 6–12 Monaten (je nach Impfstoff bis 18)Auch kurz vor Abreise noch sinnvollOft als Satzungsleistung, je nach Kasse
    TyphusEinfache Reise- und Hygienebedingungen, LangzeitaufenthalteSpritze: 1 Dosis · Schluckimpfung: 3 Kapseln (Tag 1, 3, 5)Spritze 2 Wochen, Schluckimpfung 1 Woche vorher abgeschlossenOft als Satzungsleistung, je nach Kasse
    TollwutLangzeitaufenthalt über 4 Wochen oder wiederholte Kurzreisen, dazu einfache Bedingungen, Aktivitäten wie Radfahren oder Laufen, schlechte Versorgung vor Ort3 Dosen an Tag 0, 7, 21 (oder 28); verkürzte Schemata möglichStandardschema ca. 5–6 Wochen vorherOft als Satzungsleistung, je nach Kasse
    Japanische EnzephalitisAufenthalt über 4 Wochen, wiederholte Kurzreisen, Nähe zu Reisfeldern oder Schweinezucht, Ausbruchsgebiete2 Dosen im Abstand von 4 Wochen; Schnellschema 7 Tage (18–65 Jahre)Standardschema ca. 5 Wochen vorherOft als Satzungsleistung, je nach Kasse
    Hepatitis BNach individueller Abwägung, z. B. Langzeitaufenthalt, mögliche medizinische Behandlung, Tattoos, Sexualkontakte3 Dosen (0, 1, 6 Monate); Schnellschemata möglichMöglichst früh, Schema dauert MonateBei Kindern Standardimpfung; sonst je nach Kasse
    DengueNur Personen ab 4 Jahren mit früherer, im Labor bestätigter Dengue-Infektion und erhöhtem Risiko2 Dosen, mind. 3 Monate AbstandMindestens rund 3,5 Monate vorherJe nach Kasse erfragen
    ChikungunyaAb 12 Jahren bei aktuellem Ausbruch oder bei Aufenthalt über 4 Wochen plus Risiko für schweren Verlauf (z. B. ab 60 Jahren)1 DosisSpätestens 2 Wochen vorherJe nach Kasse erfragen

    Hepatitis A. Das Virus wird über verunreinigtes Wasser und Lebensmittel übertragen [1]. Schützende Antikörper bilden sich bei den meisten Geimpften 12 bis 15 Tage nach der ersten Dosis; wegen der langen Inkubationszeit ist die Impfung auch kurz vor Abreise noch sinnvoll. Die zweite Dosis frühestens nach 6 Monaten sorgt für Langzeitschutz [2].

    Typhus. Die STIKO empfiehlt die Impfung für Thailand nicht pauschal, sondern bei einfachen Reise- und Aufenthaltsbedingungen wie Trekking oder bei Langzeitaufenthalten [2]. Für Thailand vermerkt die STIKO zudem ein dokumentiertes Risiko für stark antibiotikaresistente (XDR-)Typhus-Erreger durch Import [2].

    Tollwut. Thailand gilt als Land mit moderatem Risiko für Hundetollwut. Die vorbeugende Impfung empfiehlt die STIKO dort vor allem bei Aufenthalten über 4 Wochen oder wiederholten Kurzreisen, wenn zusätzlich einfache Reisebedingungen, Aktivitäten wie Radfahren oder Laufen oder eine unzureichende ärztliche Versorgung hinzukommen [2]. Auch nach der Impfung gilt: Nach einem Biss oder Kratzer durch ein verdächtiges Tier brauchen Sie sofort eine ärztliche Nachbehandlung [2].

    Japanische Enzephalitis. Das Virus kommt in Thailand landesweit und ganzjährig vor, mit Hauptsaison von Mai bis Oktober und besonders im Norden [2]. Das Risiko ist nicht auf ländliche Gebiete begrenzt; entscheidend sind Aufenthaltsdauer und die Nähe zu Reisfeldern oder Schweinezucht [2]. Die Impfserie sollte mindestens eine Woche vor möglicher Ansteckung abgeschlossen sein [2].

    Hepatitis B. Hepatitis B, C und D werden vor allem über Sexualkontakte, aber auch über unsaubere Spritzen, Tätowierungen und Bluttransfusionen übertragen [1]. Ob die Impfung für Sie sinnvoll ist, entscheidet eine individuelle Risikoabschätzung [2]. Bei Kindern gehört Hepatitis B zu den Standardimpfungen [2], ein Blick in den Impfpass lohnt sich also.

    Brauche ich eine Dengue-Impfung für Thailand?

    Für die meisten Reisenden nein. Dengue kommt in Thailand ganzjährig im ganzen Land vor, die STIKO empfiehlt die Impfung mit dem Impfstoff Qdenga aber nur Menschen ab 4 Jahren, die bereits eine im Labor bestätigte Dengue-Infektion hatten und in ein Dengue-Gebiet mit erhöhtem Ansteckungsrisiko reisen, etwa bei längerem Aufenthalt oder einem aktuellen Ausbruch [1][2].

    Für Menschen ohne frühere Dengue-Infektion spricht die STIKO wegen der begrenzten Datenlage derzeit keine allgemeine Empfehlung aus [2]. Wird die Impfung nach ausführlicher ärztlicher Beratung trotzdem erwogen, muss darüber aufgeklärt werden, dass bei einer späteren Infektion ein verstärkter Verlauf nicht ausgeschlossen werden kann [2].

    Wichtig für die Praxis:

    • Die frühere Infektion muss damals im Labor gesichert worden sein. Ihre Angabe dazu reicht aus; ein Dengue-Verdacht ohne Test zählt nicht. Ein nachträglicher Bluttest wird nicht empfohlen, weil er oft falsch-positiv ausfällt [2].
    • Qdenga ist ein Lebendimpfstoff. Er ist in Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei geschwächtem Immunsystem nicht erlaubt [2].
    • Die zwei Dosen brauchen mindestens 3 Monate Abstand, die Serie sollte vor Abreise abgeschlossen sein [2].

    Für alle anderen bleibt Mückenschutz am Tag und in der Nacht der wichtigste Schutz vor Dengue, Chikungunya und Zika [1].

    Brauche ich in Thailand eine Malaria-Prophylaxe?

    Eine vorbeugende Einnahme von Malaria-Tabletten empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin (DTG) für Thailand nicht; im Vordergrund steht der Schutz vor Mückenstichen [3]. Wie hoch das Risiko ist, hängt von der Region ab:

    Bangkok, Chiang Mai, Chiang Rai und Pattaya [1][3]
    Malariafrei
    Bangkok, Chiang Mai, Chiang Rai und Pattaya [1][3]
    übriges Land, auch Phuket, Koh Samui, Koh Phangan, Koh Phi Phi und Koh Lanta; empfohlen ist Mückenschutz [3]
    Geringes Risiko
    übriges Land, auch Phuket, Koh Samui, Koh Phangan, Koh Phi Phi und Koh Lanta; empfohlen ist Mückenschutz [3]
    Insel Little Koh Chang (Andamanensee) und Grenzgebiet zu Myanmar; Mückenschutz, ggf. Notfallmedikament [3]
    Mittleres Risiko
    Insel Little Koh Chang (Andamanensee) und Grenzgebiet zu Myanmar; Mückenschutz, ggf. Notfallmedikament [3]

    In Gebieten mit mittlerem Risiko kann eine sogenannte Notfall-Selbstbehandlung (Stand-by-Medikament) sinnvoll sein, laut Auswärtigem Amt vor allem, wenn Sie mehr als 48 Stunden von einer Einrichtung mit Diagnose- und Behandlungsmöglichkeit entfernt sind [1]. Die DTG empfiehlt sie nur bestimmten Reisenden in Ausnahmefällen, und wegen Resistenzen kommt dafür in Thailand nur ein bestimmter Wirkstoff infrage [3]. Ob Sie ein solches Medikament brauchen, klären Sie bitte ärztlich.

    Mückenschutz heißt konkret: Repellent auf der Haut, helle, hautbedeckende Kleidung und nachts ein imprägniertes Moskitonetz oder Räume mit Klimaanlage oder Mückengittern [2][3]. Was dafür in die Reiseapotheke gehört, finden Sie in unserer Checkliste für die Reiseapotheke.

    Fieber nach der Reise ärztlich abklären lassen

    Bekommen Sie während oder nach einer Reise in ein Malariagebiet Fieber, gehen Sie umgehend zur Ärztin oder zum Arzt und erwähnen Sie die Reise. Malaria kann auch noch Wochen bis Monate nach der Rückkehr auftreten, und eine Prophylaxe schließt sie nicht aus [4].

    Wann sollte ich mit den Impfungen beginnen?

    Alle Impfserien sollten spätestens 2 Wochen vor Reisebeginn abgeschlossen sein, damit der Schutz aufgebaut ist und mögliche Impfreaktionen abgeklungen sind [2]. Wie früh Sie anfangen müssen, hängt deshalb von der aufwendigsten Impfung ab: Für ein Tollwut-Standardschema mit Abschlussdosis an Tag 21 oder 28 sind es rund 5–6 Wochen, für die Dengue-Impfung mehrere Monate.

    So planen Sie Ihre Reiseimpfungen

    1. Frühzeitig beraten lassen

      Idealerweise 6–8 Wochen vor Abflug, bei geplanter Dengue-Impfung deutlich früher. Bringen Sie Ihren Impfpass mit.

    2. Standardimpfungen auffrischen

      Fehlende Standardimpfungen werden in der Reiseberatung zuerst ergänzt [2].

    3. Reiseimpfungen starten

      Totimpfstoffe können ohne Mindestabstand zu anderen Impfungen gegeben werden; Lebendimpfstoffe entweder am selben Tag oder in der Regel mit 4 Wochen Abstand [2].

    4. Serien abschließen

      Letzte Dosis spätestens 2 Wochen vor Abreise [2]. Eine unterbrochene Serie muss meist nicht neu begonnen werden [2].

    5. Nach der Reise vervollständigen

      Manche Impfungen, z. B. die zweite Hepatitis-A-Dosis, folgen erst Monate später [2].

    Was gilt für Kinder, Schwangere und Kurzentschlossene?

    Kinder. Kinder sollten vor der Reise alle altersgerechten Standardimpfungen haben; Kinder unter 5 Jahren haben ein höheres Risiko für Infektionen und schwere Verläufe [2]. Bei Tollwut stellt die STIKO die Indikation für Kinder großzügig, weil sie häufiger Kontakt zu Tieren haben [2]. Einige Impfstoffe sind erst ab einem bestimmten Alter zugelassen, zum Beispiel Hepatitis A ab 1 Jahr und Typhus ab 2 Jahren [2]. Mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel Fernreisen mit Kindern.

    Schwangere und Stillende. Totimpfstoffe gelten in der Schwangerschaft als sicher, bevorzugt im 2. und 3. Schwangerschaftsdrittel. Lebendimpfstoffe sind grundsätzlich nicht erlaubt [2]. Die STIKO rät, mit Schwangeren auch über eine Verschiebung der Reise zu sprechen, weil Infektionen wie Hepatitis A, Dengue oder Malaria für Mutter und Kind gefährlich sein können [2]. Die Dengue-Impfung ist auch in der Stillzeit nicht erlaubt [2].

    Last-minute-Reisen. Auch kurz vor Abreise lohnt sich eine Beratung. Hepatitis A ist noch kurz vor dem Abflug sinnvoll, und für Tollwut, Japanische Enzephalitis und Hepatitis B gibt es Schnellschemata für Erwachsene [2]. Diese eignen sich aber nicht für alle Reisenden und erfordern teils zusätzliche Dosen für langen Schutz [2].

    Was kosten Reiseimpfungen und zahlt die Krankenkasse?

    Für private Urlaubsreisen erstatten viele gesetzliche Krankenkassen Reiseimpfungen freiwillig als sogenannte Satzungsleistung [2]. Da sich die Kassen dabei unterscheiden, fragen Sie am besten vorab bei Ihrer Krankenkasse nach, welche Impfungen sie übernimmt und ob Sie in Vorleistung gehen müssen [2].

    Einige Sonderfälle sind geregelt [2]:

    • Die Polio-Impfung übernehmen die gesetzlichen Kassen auch dann, wenn sie wegen einer Reise nötig ist.
    • Ist die Reise beruflich bedingt, trägt in der Regel der Arbeitgeber die Kosten.
    • Bei Auslandsaufenthalten für Ausbildung oder Studium haben gesetzlich Versicherte unter bestimmten Bedingungen einen Anspruch auf von der STIKO empfohlene Reiseimpfungen.

    Häufige Fragen

    Bei direkter Einreise aus Deutschland nicht. Nur wer aus einem Gelbfiebergebiet kommt oder dort mehr als 12 Stunden im Transit war, muss ab einem Alter von neun Monaten eine Gelbfieberimpfung nachweisen [1].

    Die STIKO empfiehlt die Dengue-Impfung nur nach einer früheren, im Labor bestätigten Dengue-Infektion [2]. Für alle anderen ist konsequenter Mückenschutz am Tag und in der Nacht der wichtigste Schutz [1].

    Eine vorbeugende Tabletteneinnahme ist für Thailand nicht empfohlen [3]. Für Reisen in Gebiete mit mittlerem Risiko kann ein Notfallmedikament sinnvoll sein; das klären Sie ärztlich.

    Die Einfuhr von Medikamenten ist in Thailand eingeschränkt; Informationen gibt die thailändische Narcotics Control Division [1]. Für Betäubungsmittel brauchen Sie eine ärztliche Bescheinigung [5]. Mehr dazu in unserer Checkliste für die Reiseapotheke.

    Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine reisemedizinische Beratung. Der tatsächliche Impfbedarf hängt von Ihrer genauen Route, Ihrem Gesundheitszustand und Ihrem Impfstatus ab.

    Quellen

    1. Auswärtiges Amt: Thailand: Reise- und Sicherheitshinweise, Abschnitt Gesundheit. (abgerufen 15.10.2026)
    2. Robert Koch-Institut: Empfehlungen der STIKO und der DTG zu Reiseimpfungen. Epidemiologisches Bulletin 27/2026, inkl. Anhang Ländertabellen (Thailand). (abgerufen 15.10.2026)
    3. Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit (DTG): Empfehlungen zur Malariaprävention, Ländertabelle (Stand Juni 2026). (abgerufen 15.10.2026)
    4. Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber Malaria. (abgerufen 15.10.2026)
    5. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): Reisen mit Betäubungsmitteln. (abgerufen 15.10.2026)

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