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    Mädchen sitzt auf dem Holzboden und packt Kleidung in zwei Koffer für eine Fernreise

    Fernreisen mit Kindern: Das sollten Sie wissen

    Ab welchem Alter welche Reiseimpfung möglich ist, welcher Mückenschutz für Kleinkinder taugt und wann Fieber nach der Reise ein Notfall ist: der Gesundheits-Überblick für Familien vor der Fernreise.

    Kurz gesagt

    Vor einer Fernreise sollten Kinder zuerst alle altersgerechten Standardimpfungen nach STIKO haben; manche lassen sich vor der Reise vorziehen [1]. Reiseimpfungen sind je nach Impfstoff erst ab einem bestimmten Alter zugelassen, etwa Hepatitis A ab 1 Jahr und Typhus ab 2 Jahren [1]. Unterwegs zählen Sonnen- und Mückenschutz, sicheres Essen und Trinken. Fieber nach einer Tropenreise muss umgehend ärztlich abgeklärt werden [2].

    Mit Kindern in die Ferne zu reisen ist ein Abenteuer, braucht aber etwas mehr Vorbereitung. Kleine Kinder haben ein höheres Risiko für Infektionen und schwere Verläufe als ältere Kinder, und Kinder, die in Deutschland aufgewachsen sind, sind gegen viele Erreger in Reiseländern nicht immun [1]. Mit der richtigen Planung lassen sich viele Risiken gut verringern.

    Welche Impfungen brauchen Kinder für eine Fernreise?

    Grundlage ist immer der STIKO-Impfkalender: Kinder sollten vor jeder Reise alle altersgerechten Standardimpfungen haben [1]. Prüfen Sie den Impfpass Ihres Kindes deshalb rechtzeitig, am besten 6 bis 8 Wochen vor Abreise. Einige Reiseimpfungen brauchen mehrere Termine im Abstand von Wochen, und nicht alle Impfstoffe sind für jedes Alter zugelassen.

    Standardimpfungen vorziehen. Die STIKO nennt für Standardimpfungen Zeitfenster. Steht eine Reise an, kann es sinnvoll sein, eher am Anfang dieses Fensters zu impfen [1]. Die erste Masern-Mumps-Röteln-Impfung ist bei Reisen in Gebiete mit vielen Masernfällen ausnahmsweise schon ab 9 Monaten möglich [1]. Auch Meningokokken-Impfungen können je nach Zielland großzügig empfohlen werden [1].

    Reiseimpfungen nach Alter. Welche Reiseimpfungen infrage kommen, hängt vom Ziel ab. Die Tabelle zeigt, ab welchem Alter die wichtigsten Impfstoffe zugelassen sind [1].

    Reiseimpfungen für Kinder: Ab welchem Alter? (Tabelle neu, Stand STIKO 2026)
    ImpfungMöglich abHinweis
    TollwutGeburtIndikation bei Kindern großzügig, weil sie häufiger Tierkontakt haben
    Japanische Enzephalitis2 MonatenKinderdosis bis unter 3 Jahre
    Hepatitis A1 JahrKinder-Impfstoffe mit eigener Dosierung
    Gelbfieber9 Monaten (ausnahmsweise 6 Monaten)Unter 6 Monaten nicht erlaubt; nur bei Bedarf je nach Zielland
    Typhus2 Jahren (Spritze), 5 Jahren (Schluckimpfung)Indikation bei Kindern großzügig
    Dengue4 JahrenNur nach früherer, im Labor bestätigter Dengue-Infektion
    Chikungunya12 JahrenNur bei Ausbruch oder längerem Aufenthalt mit Risiko

    Für die Planung ist eine reisemedizinische Beratung sinnvoll, bei der der Impfpass Ihres Kindes und die Reiseroute gemeinsam angeschaut werden. Welche Impfungen etwa für Thailand empfohlen werden, lesen Sie in unserem Artikel Welche Impfungen brauche ich für Thailand?.

    Wie schützen Sie Kinder vor Sonne und Mücken?

    Kinderhaut ist deutlich empfindlicher als die von Erwachsenen, weil sich der eigene UV-Schutz erst in den ersten Lebensjahren entwickelt [3]. Schatten und Kleidung schützen am besten, Repellents und Sonnencreme ergänzen.

    Sonne und Hitze. Babys sollten noch gar keiner direkten Sonne ausgesetzt werden, und bis zum Vorschulalter meiden Kinder pralle Sonne am besten ganz [3]. Empfohlen werden ein Hut mit Schirm und Nackenschutz, luftige, möglichst langärmelige Kleidung, lange Hosen und an der See eine Sonnenbrille mit gutem UV-Filter [3]. Freie Hautstellen schützen Sie mit einem Sonnenschutzmittel für Kinder ab Lichtschutzfaktor 20, ausreichend dick aufgetragen und nach jedem Baden erneuert [3]. In der starken Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr spielen Kinder besser nicht draußen [3]. Bei Hitze ist es zudem besonders wichtig, dass Ihr Kind genug trinkt.

    Mückenschutz. In vielen Fernreisezielen übertragen Mücken Krankheiten wie Dengue oder Malaria. Helle, hautbedeckende Kleidung, ein imprägniertes Moskitonetz über dem Bett und Räume mit Klimaanlage oder Mückengittern sind die Basis [1]. Gerade bei Kindern steht dieser Schutz vor Stichen auch bei Malaria im Vordergrund [2].

    Bei Repellents kommt es auf das Alter an [4]:

    • Unter 1 Jahr: kein Repellent auf die Haut, stattdessen Moskitonetze, auch am Kinderwagen, und lange Kleidung.
    • Ab 1 Jahr: Produkte mit dem Wirkstoff IR3535 sind eine schonendere Möglichkeit.
    • Ab 2 Jahren: Produkte mit DEET oder Icaridin sind möglich.
    • Bei Kindern unter 12 Jahren tragen Eltern das Mittel auf, nach Gebrauchsanweisung und nicht auf Hände, Wunden, Sonnenbrand oder Schleimhäute.

    Achten Sie zusätzlich auf die Altersangaben auf der Packung.

    Wie beugen Sie Durchfall bei Kindern vor?

    Die wichtigste Vorbeugung ist Hygiene beim Essen, Trinken und Händewaschen [1]. Es gilt die Regel „Cook it, boil it, peel it or forget it“: Speisen gut durchgaren, Obst selbst schälen, Rohes und Salate meiden [1].

    Leitungswasser sollte in vielen Fernreiseländern weder zum Trinken noch zum Zähneputzen genutzt werden; industriell abgefülltes Wasser gilt als sicher, Eiswürfel unklarer Herkunft besser meiden [1]. Gründliches Händewaschen mit Seife, besonders nach dem Toilettengang, nach dem Wickeln und vor dem Essen, senkt das Ansteckungsrisiko [5].

    Wenn es doch passiert. Durch Durchfall verlieren Kinder Flüssigkeit und Salze. Für Babys und Kleinkinder kann das schnell bedrohlich werden [5]. Gestillte Babys werden weiter nach Bedarf gestillt; ältere Kinder sollten häufig kleine Mengen trinken [5]. Eine Elektrolytlösung für Kinder aus der Apotheke gehört deshalb in jede Familien-Reiseapotheke. Wie Sie sie dosieren und welche weiteren Mittel für Ihr Kind geeignet sind, besprechen Sie vorab mit der Kinderarztpraxis oder der Apotheke.

    Wann Sie mit Ihrem Kind sofort zum Arzt sollten

    Fieber während oder nach einer Tropenreise: Gehen Sie umgehend zur Ärztin oder zum Arzt und erwähnen Sie die Reise. Malaria kann auch Wochen bis Monate nach der Rückkehr auftreten; kleine Kinder sind besonders gefährdet [2].

    Bei Durchfall sofort ärztliche Hilfe holen, wenn [5]:

    • Ihr Kind nicht trinken will,
    • Erbrechen zusammen mit Fieber und Durchfall auftritt,
    • hohes Fieber oder Bauchschmerzen dazukommen,
    • der Durchfall blutig ist,
    • Lippen und Zunge trocken sind oder Ihr Kind seltener als alle 8 Stunden Urin lässt,
    • der Bauch stark angespannt ist.

    Wie bereiten Sie Flug, Zeitumstellung und Reiseapotheke vor?

    Eine Fernreise beginnt meist mit einem langen Flug. Beim Start und bei der Landung hilft Schlucken oder Nuckeln gegen Druck auf den Ohren. Packen Sie Getränke, Snacks, Wechselkleidung und die wichtigsten Medikamente ins Handgepäck, damit Sie auch bei Verspätungen versorgt sind.

    Planen Sie nach der Ankunft ein bis zwei ruhige Tage ein, damit sich die Kleinen an Klima und Zeitzone gewöhnen können.

    Reiseapotheke für Kinder. Kinder brauchen eigene Darreichungsformen, etwa Fieber- und Schmerzmittel als Saft oder Zäpfchen, dazu Elektrolytlösung, Kinder-Sonnenschutz und altersgerechten Mückenschutz. Lassen Sie die Dosierung für das Alter und Gewicht Ihres Kindes von der Kinderarztpraxis oder Apotheke festlegen. Eine vollständige Packliste mit eigenem Abschnitt für Familien finden Sie in unserer Checkliste für die Reiseapotheke.

    Häufige Fragen

    Hepatitis-A-Impfstoffe sind ab einem Alter von 1 Jahr zugelassen [1].

    Produkte mit DEET oder Icaridin erst ab 2 Jahren, mit IR3535 ab 1 Jahr. Bei jüngeren Kindern schützen Netze und Kleidung [4].

    Das hängt vom Reiseziel ab und muss ärztlich geklärt werden. Bei Kindern steht der Schutz vor Mückenstichen im Vordergrund [2].

    Die STIKO empfiehlt, Risiko und Nutzen einer Reise vorab mit den Eltern abzuwägen, weil Säuglinge und Kleinkinder häufiger schwer erkranken [1]. Lassen Sie sich frühzeitig reisemedizinisch beraten.

    Am besten 6 bis 8 Wochen vor Abreise, damit genug Zeit für Impfserien bleibt. Diese sollten spätestens 2 Wochen vor Reisebeginn abgeschlossen sein [1].

    Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine individuelle reisemedizinische Beratung. Gerade bei Kindern sollten Impfungen, Medikamente und Malaria-Vorsorge immer ärztlich abgestimmt werden.

    Quellen

    1. Robert Koch-Institut: Empfehlungen der STIKO und der DTG zu Reiseimpfungen, Kapitel 2, 3.2 und 5. Epidemiologisches Bulletin 27/2026. (abgerufen 15.10.2026)
    2. Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber Malaria. (abgerufen 15.10.2026)
    3. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), kindergesundheit-info.de: Ohne Wenn und Aber: Sonnenschutz für Kinder. (abgerufen 15.10.2026)
    4. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Abwehr von Mücken, Zecken und Fliegen: Gibt es gesundheitliche Risiken bei der Verwendung von Repellentien? (abgerufen 15.10.2026)
    5. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), kindergesundheit-info.de: Durchfall bei Babys und Kleinkindern. (abgerufen 15.10.2026)

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