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    Apotheken-Schaufenster bei Nacht mit roter Neonschrift „Prescriptions“ und Regalen voller Medikamente

    Die perfekte Reiseapotheke: Checkliste zum Abhaken

    Vom Fieberthermometer bis zur Betäubungsmittel-Bescheinigung: Was in Ihre Reiseapotheke gehört, was Sie für Tropen und Kinder ergänzen und wie Medikamente Hitze und Flug gut überstehen.

    Kurz gesagt

    In jede Reiseapotheke gehören Ihre persönlichen Medikamente in ausreichender Menge, Mittel gegen Schmerzen, Fieber und Durchfall sowie Verbandsmaterial. Für Fernreisen kommen Mückenschutz und je nach Ziel weitere Mittel nach ärztlicher Beratung hinzu [1][2]. Wichtige Medikamente gehören ins Handgepäck, möglichst in der Originalverpackung und mit den nötigen Dokumenten [1].

    Ob Städtetrip oder Fernreise: Eine gut gepackte Reiseapotheke erspart im Ernstfall viel Stress. Sie ist individuell und richtet sich nach Reiseziel und geplanten Aktivitäten. Prüfen Sie deshalb vor jeder Reise, was Sie wirklich brauchen, und gleichen Sie die Liste mit Ihrer Hausapotheke ab [1].

    Was gehört in die Reiseapotheke?

    Die Checkliste ist in drei Gruppen aufgeteilt: das Basis-Set für jede Reise, Ergänzungen für Fernreisen und Tropen und Extras für Familien mit Kindern.

    Reiseapotheke zum Abhaken

    Basis-Set für jede Reise

    • Persönliche Medikamente in ausreichender Menge plus Reserve für Verzögerungen (Verfügbarkeit und Qualität sind nicht überall gesichert [1])
    • Schmerz- und Fiebermittel (z. B. Ibuprofen oder Paracetamol)
    • Mittel gegen Durchfall sowie Elektrolyt-/Rehydratationspulver (ORS)
    • Mittel gegen Übelkeit und Reiseübelkeit
    • Wundversorgung: Pflaster, sterile Kompressen, Desinfektionsmittel
    • Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor und After-Sun
    • Fieberthermometer, Pinzette, Schere, Einmalhandschuhe
    • Dokumente: Impfpass, Allergiepass, Medikamentenplan sowie Kopien von Arztbrief und Rezepten, ggf. übersetzt [1]

    Ergänzung für Fernreisen und Tropen

    • Mückenschutzmittel (Repellent) für Haut, für den ganztägigen Gebrauch [2]
    • Imprägniertes, kleinmaschiges Moskitonetz, wenn die Unterkunft keine Klimaanlage oder Mückengitter hat [2]
    • Helle, hautbedeckende Kleidung, ggf. mit Insektizid imprägniert [2]
    • Mittel gegen Insektenstiche und Juckreiz
    • Wasserfilter oder Mittel zur Wasserdesinfektion, wenn kein sicheres Trinkwasser verfügbar ist [2]
    • Je nach Region Malaria-Prophylaxe oder Notfallmedikament, nur nach ärztlicher Beratung [3]

    Für Familien mit Kindern

    • Fieber- und Schmerzmittel in kindgerechter Form (Saft oder Zäpfchen); Dosierung vorab mit Kinderarztpraxis oder Apotheke klären
    • Elektrolytlösung speziell für Kinder
    • Mückenschutz passend zum Alter: Produkte mit DEET oder Icaridin erst ab 2 Jahren, IR3535 ab 1 Jahr; bei jüngeren Kindern Netze und Kleidung statt Repellent [4]
    • Kinder-Sonnenschutzmittel (ab LSF 20), Sonnenhut mit Nackenschutz [5]
    • Vertraute Pflaster und ein kleines „Trost-Set“

    Welche Medikamente für Kinder sinnvoll sind und wie Sie die Familie unterwegs schützen, lesen Sie in unserem Artikel Fernreisen mit Kindern.

    Wie transportieren Sie Medikamente richtig?

    Medikamente sollten Sie so packen, dass Sie jederzeit herankommen und sie Hitze und Kontrollen gut überstehen. Klären Sie vor dem Flug, ob Ihre Medikamente und medizinischen Geräte an Bord und im Zielland erlaubt sind, und lassen Sie sie möglichst in der Originalverpackung mit Beipackzettel [1].

    Handgepäck, Medikamentenplan und Bescheinigungen

    • Wichtige Medikamente immer ins Handgepäck – Koffer können verloren gehen.
    • Einen aktuellen Medikamentenplan mit Wirkstoffnamen mitnehmen. Kopien von Rezepten und Arztbrief helfen bei Kontrollen und bei einem Arztbesuch vor Ort; eine Übersetzung in die Landessprache kann sinnvoll sein [1].
    • Betäubungsmittel im Schengen-Raum: Ärztlich verschriebene Betäubungsmittel dürfen Sie für bis zu 30 Tage mitnehmen. Dafür brauchen Sie eine von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ausgefüllte Bescheinigung nach Artikel 75 des Schengener Durchführungsübereinkommens, die vor der Reise von der zuständigen Landesgesundheitsbehörde beglaubigt wird. Sie gilt höchstens 30 Tage, für jedes Betäubungsmittel ist eine eigene nötig [6].
    • Betäubungsmittel außerhalb des Schengen-Raums: Empfohlen ist eine mehrsprachige ärztliche Bescheinigung mit Wirkstoff, Einzel- und Tagesdosis und Reisedauer, ebenfalls behördlich beglaubigt. Manche Länder verlangen eine Einfuhrgenehmigung oder verbieten bestimmte Wirkstoffe; fragen Sie bei der Botschaft des Ziellandes nach [6].

    Hitze und Kühlung. Die meisten Arzneimittel sollten zwischen 15 und 25 Grad gelagert werden; wie genau, steht auf der Packung oder im Beipackzettel [7]. Insulin und andere kühlpflichtige Medikamente gehören auf Reisen in eine Kühltasche oder isolierende Box [7]. Im Auto sind Handschuhfach, Armaturenbrett und Hutablage die heißesten Stellen, besser ist der Platz unter dem Sitz oder unter dem Gepäck im Kofferraum. Ein in der Sonne geparktes Auto kann sich auf bis zu 70 Grad aufheizen [7]. Zäpfchen können bei großer Hitze schmelzen, Salben und Cremes sich entmischen. Einmal geschmolzene Medikamente sollten Sie nicht mehr verwenden, auch wenn sie wieder fest werden [7].

    Haltbarkeit. Prüfen Sie vor jeder Reise die Verfallsdaten und ersetzen Sie abgelaufene oder angebrochene Packungen. Fühlen sich Tabletten nach feuchter Hitze rau an oder sind Kapseln aufgequollen, ist eine korrekte Wirkstoffabgabe nicht mehr gesichert [7]. Im Zweifel hilft die Apotheke weiter.

    Häufige Fragen

    Ihre Dauermedikation für die gesamte Reise plus eine Reserve für Verspätungen. Bei Betäubungsmitteln muss die Menge der Reisedauer angemessen sein [6].

    In der Regel ja. Klären Sie aber vorab, was an Bord und im Zielland erlaubt ist, und lassen Sie die Medikamente in der Originalverpackung [1].

    Eine Bescheinigung nach BfArM-Vorgaben brauchen Sie für Betäubungsmittel, zum Beispiel bestimmte starke Schmerzmittel [6]. Ob Ihr Medikament dazugehört, sagt Ihnen Ihre Ärztin, Ihr Arzt oder die Apotheke.

    Ob Sie eine Malaria-Prophylaxe oder ein Notfallmedikament brauchen, hängt vom Reiseziel ab und muss ärztlich geklärt werden [3].

    Hinweis: Diese Checkliste ist eine allgemeine Orientierung. Welche Medikamente für Sie sinnvoll sind, besonders verschreibungspflichtige, klären Sie am besten individuell mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

    Quellen

    1. Auswärtiges Amt: Reisemedizinische Vorsorge (Abschnitt Reiseapotheke). (abgerufen 15.10.2026)
    2. Robert Koch-Institut: Empfehlungen der STIKO und der DTG zu Reiseimpfungen, Kapitel 2 (Hygieneregeln, Arthropodenschutz). Epidemiologisches Bulletin 27/2026. (abgerufen 15.10.2026)
    3. Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit (DTG): Malariaempfehlungen. (abgerufen 15.10.2026)
    4. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Abwehr von Mücken, Zecken und Fliegen: Gibt es gesundheitliche Risiken bei der Verwendung von Repellentien? (abgerufen 15.10.2026)
    5. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), kindergesundheit-info.de: Ohne Wenn und Aber: Sonnenschutz für Kinder. (abgerufen 15.10.2026)
    6. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): Reisen mit Betäubungsmitteln. (abgerufen 15.10.2026)
    7. Landesapothekerverband Baden-Württemberg: Aktuelle Hitzewellen: Auch auf Medikamente achten (Presseinformation, 14.07.2022). (abgerufen 15.10.2026)

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